Augen können noch bis 30 Jahre wachsen!

 

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Wie neuere Studien zeigen, nimmt vor allem in Industrie-Gesellschaften die Kurzsichtigkeit (Myopie) stark zu. Kinder, die zu wenig Zeit draussen unter freiem Himmel verbringen, sind besonders gefährdet.

Das normale Wachstum der Augen hört erst zwischen 16 und ca. 30 Jahren auf. Es ist also ratsam, als Brillenträger in bestimmten Zeitabständen seine Augen vom Augenoptiker oder Augenarzt überprüfen zu lassen. Das Augenwachstum ist ein schleichender Prozess und wird oft von Brillenträgern zu spät bemerkt.

Deshalb ist es enorm wichtig, das Sehvermögen der Augen ca. alle 2-3 Jahre überprüfen zu lassen.

Straßenverkehr - Führerschein-Sehtest

Besonders gefährlich wird es beim Autofahren, wenn Schilder zu spät erkannt werden oder auf bestimmte Gefahrensituationen evtl. verbunden mit schlechten Sichtverhältnissen - blendendes tief stehendes Sonnenlicht oder blendende Lichtquellen in der Nacht - zu spät reagiert wird.

Heute machen viele junge Erwachsene schon mit 17 den Führerschein, manchmal dann schon mit 16 ihren Führerschein-Sehtest. Duch das Augen-Wachstum kann sich aber im jungen Erwachsenenalter die Qualität des Sehvermögens im Straßenverkehr verschlechtern, ohne dass es zunächst bemerkt wird.

Auch der Zentralverband der Augenoptiker rät deshalb allen Autofahrern dringend dazu, seine Augen in regelmäßigen Abständen überprüfen zu lassen - nach dem Gesetz könnte jemand theoretisch vom 17. Lebensjahr bis ins hohe Alter ohne jegliche Überprüfung der Sehfähigkeit durchgehend autofahren, da ja einmal ein Sehtest gemacht wurde, der dann 70 bis 80 Jahre gilt !!

Richtig korregierte Präzisions-Brillengläser führen dagegen zu einem perfekten Seheindruck: man sieht brillant, scharf und kontrastreich bei Tageslicht wie auch bei Nacht.

Ursachen der Kurzsichtigkeit

Quelle: http://www.nzz.ch/wissen/wissenschaft/wenn-das-auge-nicht-aufhoert-zu-wachsen-1.17478508; Autorin: Nicola von Lutterotti

Drei Faktoren scheinen für das spätere Sehvermögen ausschlaggebend zu sein. Ausser dem genetischen Hintergrund zählen dazu die Seherfahrungen während der Kindheit und – wie sich zunehmend abzeichnet – die unter freiem Himmel verbrachte Zeit.

Denn nur den wenigsten Menschen wird die Myopie in die Wiege gelegt. Bei der Mehrheit entwickelt sie sich vielmehr während der Schulzeit, bei einer Minderheit auch erst im jungen Erwachsenenalter.

Anatomische Ursachen

Was die anatomischen Ursachen angeht, beruht Kurzsichtigkeit zumeist auf einer Überlänge des Augapfels (vgl. Grafik). Nach der Geburt noch verkürzt, wächst der Augapfel anschliessend in die Länge, bis er im Idealfall eine der Normalsichtigkeit entsprechende Endgrösse erreicht hat. Kommt dieser Prozess nicht rechtzeitig zum Stillstand, wird der Augapfel zu lang. Aus der Ferne – und damit parallel – einfallende Lichtstrahlen erzeugen dann nicht auf der Netzhaut (Retina) das schärfste Bild, sondern vielmehr davor. Je weiter der Fokus vor der Retina liegt und je langgestreckter somit der Augapfel ist, desto weniger gut sieht die betreffende Person in die Ferne.

Mögliche Konsequenzen:

Dies hat, abgesehen von der Notwendigkeit einer Sehhilfe, üblicherweise keine Konsequenzen. Ist die Myopie jedoch sehr ausgeprägt oder schreitet sie rasch voran, besteht ein erhöhtes Risiko für Netzhautschäden und damit einen mitunter völligen Verlust des Augenlichts. Wissenschafter aus der ganzen Welt bemühen sich daher intensiv um die Entwicklung von Verfahren, mit denen es gelingt, die Kurzsichtigkeit abzuwenden oder ihren Schweregrad wenigstens zu vermindern.

Heikle Spielcomputer und heimliches Lesen

Nachweislich gefördert wird die Entwicklung einer Kurzsichtigkeit darüber hinaus durch Naharbeit. Je geringer der Sehabstand, desto eher komme es zu einer Myopie, sagt Schaeffel. Als besonders ungünstig bezeichnet der Biophysiker deshalb portable Spielcomputer, zumal die Konsolen meist dicht vor den Augen gehalten würden. Aus dem gleichen Grund könne auch langes Lesen unter der Bettdecke der Entstehung von Kurzsichtigkeit Vorschub leisten. Anders als von vielen besorgten Eltern vermutet, dürfte das heimliche Lesen im Kindesalter also nicht so sehr wegen der schummrigen Lichtverhältnisse für die Augen schädlich sein.